Von Christina Treu –

aktualisiert am 20. Oktober 2021

Haarfarben sind die Nuancen, welche das menschliche Haar besitzt. Dabei hat jeder von Natur aus eine fest-zugeordnete Haarfarbe. Gerade in der heutigen Zeit gibt es jedoch auch zahlreiche Möglichkeiten, jene durch die verschiedensten Färbetechniken in sämtliche Schattierungen zu verwandeln, die Du Dir persönlich für Deine Haarpracht vorstellst. 

Wie genau sich Haarfarben hierbei definieren, wonach sie unterteilt werden, welche es gibt und wie sie unwiderruflich zu Deiner Persönlichkeit zählen, das erfährst Du in unserem heutigen Blog-Beitrag.

Haarfarben und ihre Geschichte

Haarfarben im Wandel der Zeit

Gemäß der Definition beschreibt der Begriff „Haarfarbe“ zunächst die Färbung, welche das Haar aufgrund der Pigmente Phäomelanin und Eumelanin von Natur aus besitzt. Diese Pigmentierungen befinden sich in der Faserschicht des Haars und lassen sich in sechs Grundfarben unterteilen, darunter:

  • Schwarz
  • Braun
  • Rot
  • Blond
  • Grau
  • Weiß

Die einzelnen Grundfarben werden dann noch in verschiedene Schattierungen unterteilt, die wiederum von der Anzahl der Eumelanin oder Phäomelanin-Pigmente abhängig sind.

Eumelanin hat einen Einfluss auf die Farben Braun und Schwarz, da es ein Schwarz-Braun-Pigment beschreibt. Phäomelanin dagegen ist ein Pigment mit Rot-Gold-Färbung und begleitet blonde und rote Haarfarben in ihrer Farbintensität.

Als Abstufungen entstehen daraus: 

Weißes Haar, hellblondes Haar, mittelblondes Haar, dunkelblondes Haar, hellrot, dunkelrot, rotbraun, hellbraun, mittelbraun, braun, dunkelbraun, schwarz.

Insbesondere Grau und Weiß sind hierbei keine Haarfarben, die von Geburt an in Erscheinung treten, sondern jene, welche durch den natürlichen Alterungsprozess der Haare und die damit verbundene Verminderung einer Tyrosin-Produktion. Diese Aminosäure ist für die Melaninbildung unverzichtbar, weshalb Haar mit dem Alter an Pigmenten verliert. In dem Zusammenhang beschreibt gerade Grau eigentliche keine richtige Farbe, sondern einen Verbund aus pigmentierten und nicht pigmentierten Haaren. 

Zugleich gehen die Stammzellen innerhalb der Haarfollikel unter, weshalb das „Ergrauen“ einen ganz normalen Ablauf des Alterns begleitet. Wie schnell eine Person ergraut und inwieweit, dass orientiert sich an dem Einzelnen und lässt sich nicht voraussagen. Manche Menschen ergrauen schnell und werden im Laufe ihres Lebens sogar weißhaarig, andere hingegen erhalten lediglich leichte Grau-Schattierungen an den Schläfen.

Schon gewusst? Rund ¾ der Gesamtbevölkerung besitzt dunkles Haar, denn das Gen hier ist dominant. Wirklich Naturblond sind dagegen nur circa 2 % aller Menschen auf der Welt.

Haarfarben im Wandel der Zeit

Haarfarben und ihre Geschichte

Das Haare färben wurde schon vor Generationen praktiziert, denn es ist bis hinein in die altägyptische Zeit nachzuweisen. Hierbei gab es nicht selten moralische Kritik für diese Veränderungen, die nicht mehr der Natur entsprachen, sodass das Haare färben zu früheren Zeiten auch in kulturellen Kreisen mit gemischten Ansichten behaftet war. Spätestens durch die Einführung von Haarfärbemitteln jedoch änderte sich diese Meinung und es entstand ein regelrechter Trend, weg von der Naturhaarfarbe und hin zu künstlich erzeugten Farbnuancen. 

1860 wurden die ersten Methoden des Haare Färbens auf fortschrittlicher Ebene entwickelt, woraufhin es der Kosmetikbranche gelang, die gefärbten Haare zum einen etwas natürlicher erscheinen zu lassen, gleichzeitig aber auch noch mehr durch verschiedenste Schattierungen in den Vordergrund zu rücken. Waren es vor rund 4000 Jahren noch natürliche Stoffe wie Indigo oder auch Henna, womit Haare gefärbt wurden, nutzten die Römer zum Beispiel in Essig getunkte Bleikämme, wodurch dann gemeinsam mit dem Zystein in den Haaren eine Reaktion entstand, die dunklere oder blonde Farbtöne hervorbrachte. Im Jahre 1900 kam es dann zu den anorganisch-hergestellten Silbernitratlösungen, die mit Pyrogallol vermischt wurden. Auch hier reagierten die Silberionen mit dem Zystein, sodass Töne von schwarz bis blond realisiert werden konnten. 

Der erste Farbstoff, der dauerhaft haltbar war, war Absofarbstoff, 1883, woraufhin für Menschen 1895 ein passender Farbstoff entwickelt wurde, der den Namen Genies Haarfarbe trug. Hier gab es noch eine große Gefahr für Hautreizungen, während des Färbeprozesses. Daraufhin wurden die Färbemethoden zunehmend weiterentwickelt, unter anderem auch von Eugéne Shoulere, der später Loreal gründete. Die Henkeltochter Terachemie veröffentlichte 1947 wiederum ein Haarfärbemittel, was Polycolor genannt wurde.

Haarfärbemittel lassen sich grundsätzlich in verschiedene Arten unterteilen, oxidative Haarfärbemittel zum Beispiel erzielen intensivere Farbergebnisse, weil sie ein Oxidationsmittel verwenden, was mit unentwickelten Farbstoffen reagiert und zusammengemischt wird. Sie können die Naturhaarfarbe entweder deutlich heller oder dunkler (bis zu drei Töne) färben. Hierbei kommt es auch zur Veränderung der Naturpigmente, woraufhin oxidative Färbemittel den permanenten oder auch semi-permanenten Färbemöglichkeiten unterstehen. Nicht-oxidative Varianten beschreiben lediglich eine Anfärbung der Haaroberfläche, die temporär ist und direkt Farbstoffe abgibt. Die Produkte sind meist gebrauchsfertig, erfordern keine Anmischungen (ausgenommen Pflanzenhaarfarbe). Die Naturhaarfarbe kann hier entweder dunkler oder auch heller angefärbt sowie nuanciert werden, es lassen sich aber keine drastischen Veränderungen der Naturhaarfarbe erzielen. 

In früheren Zeiten war hierbei vor allem der Wunsch danach, den Hollywoodgrößen mit Platinbond gefärbten oder tief schwarz-erzeugten Haaren näher zu kommen. 

Haarfarben und Trends

Haarfarben und Trends - Haarfarben und Trends

Fest steht, heutzutage gibt es kaum noch eine Farbe, die nicht als Haarton verwendet wird. Ob die klassischen Grundhaarfarben, die von Natur bereits vorhanden sind, extravagante Farbvariationen in Indigo, Magenta sowie Grün oder eine Kombination aus Naturfarbe mit helleren Strähnchen: Haarfarben sind so wandelbar wie ihre Träger. 

Die Trends bei Haarfarben wechseln hierbei so schnell wie die Schönheitsideale in der Mode- und Beautyindustrie. Mal sind es Ombré-Techniken, bei denen Haare in einem natürlichen Farbverlauf von hell nach dunkel oder umgekehrt gefärbt werden, dann wieder setzen „Unicorn Hairs“ in bunten Pastelltönen Akzente, während künstlich-wirkende Platinblond-Nuancen immer wieder die saisonalen Vorgaben erobern. Grundsätzlich sind der Kreativität also keine Grenzen gesetzt. 

Die einzige Voraussetzung ist, dass es dem eigenen Typ schmeichelt und der Persönlichkeit gerecht wird. So wären in der aktuellen Saison natürliche Brauntöne von Espresso bis Mokka angesagt, während Du zugleich auf ein intensives Kupferrot oder ein Honigblond setzen könntest, um den modernen Farbkreationen zu folgen.

Haare färben: So gelingt der ausdrucksstarke Farbton

Haare färben: So gelingt der ausdrucksstarke Farbton

Wenn Du Deine Haare färben möchtest, solltest Du gewisse Kriterien berücksichtigen. Gerade, falls Du Dein Haar Zuhause colorierst, sind das passende Produkt und eine hilfreiche Anleitung die Basis für exzellente Ergebnisse. Wir haben Dir nachfolgend ein paar Tipps zusammengestellt, mit denen das Färben gelingt. 

  1. Vor dem eigentlichen Färbeprozess solltest Du einen Allergietest machen. Er stellt sicher, dass die Färbung keine allergischen Reaktionen hervorruft. Hierfür trägst Du eine kleine Menge der Farbe hinter dem Ohr auf und lässt sie einige Tage einwirken. Erst wenn sich keine Reaktionen zeigen, kannst Du das Färben bedenkenlos durchführen.
  2. Achte auf einen passenden Schutz, um Kleidung sowie Waschbecken und Boden vor Farbflecken zu bewahren. 
  3. Trage immer Handschuhe während des Färbens.
  4. Färbe niemals, wenn Du Beruhigungsmittel eingenommen hast.
  5. Absolviere kleine Schritte und coloriere Dein Haar nicht sofort im Ganzen. Ansonsten würde das Farbergebnis nicht gleichmäßig werden.
  6. Beginne mit der Färbung des Ansatzes und beende den Vorgang mit dem Färben der Spitzen, wenn nur noch etwa zehn Minuten der Einwirkzeit nach sind. Schließlich besitzen die Spitzen eine porösere Beschaffenheit und nehmen Farbpigmente schneller an. 
  7. Folge stehst den Anleitungen des jeweiligen Produkts.
  8. Entscheide Dich für kühle Farbtöne und wähle Artikel mit neutralisierendem Inhalt, damit Blondtöne ohne Gelbstich bleiben. 
  9. Orientiere Dich an der zwei-Nuancen-Regel und wähle zum Einstieg immer einen Farbton, der höchstens zwei Stufen dunkler oder heller als Deine Naturhaarfarbe ist.
  10. Achte auf die passende Pflege nach dem Färben und verwende hochwertige Shampoos sowie Conditioner, die eigens auf coloriertes Haar abgestimmt wurden.

Im Allgemeinen solltest Du als absoluter Neuling auf dem Gebiet des Färbens vielleicht eher zu einer sanften Tönung greifen, um ein Gefühl für die Methode zu erhalten und zunächst erst einmal auszutesten, ob Du Dich mit Deiner neuen Haarfarbe wohlfühlst. Außerdem wäre es ratsam, auch Dein Make-up auf die neue Farbe abzustimmen.

Insgesamt bietet Dir die moderne Zeit jedoch zahlreiche Möglichkeiten, Deinen Look mit immer anderen Farbnuancen zu optimieren und Dich neu zu erfinden. In dem Zusammenhang gibt es keine festen Vorgaben, denn Haarfarben sind universell und können mit jedem Hauttyp kombiniert werden, solange die passende Schattierung berücksichtig wird. 

So sind Haarfarben inzwischen eine ideale Basis dafür, Deinen Typ zu unterstreichen und Individualität zu beweisen.  

Christina Treu

Redaktion Frummi

Christina Treu schreibt seit 2 Jahren für Frummi. Sie ist ambitioniert immer die besten Quellen zu prüfen und die qualifiziertesten Texte für unsere Kunden zu verfassen.

Jetzt